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Fortbildungsseminar zur Basiskrisenintervention

ASB schult Einsatzkräfte in „Erster Hilfe für die Seele“

Ob im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr oder im Katastrophenschutz – Einsatzkräfte begegnen immer wieder Menschen, die sich plötzlich in einer Ausnahmesituation befinden. Neben fachlichem Können sind dann vor allem Einfühlungsvermögen, Ruhe und ein sicherer Umgang mit den Betroffenen gefragt.

Wie man in solchen Momenten angemessen reagiert und Menschen in akuten Krisen erste Unterstützung geben kann, stand jetzt im Mittelpunkt eines Fortbildungsseminars des ASB-Regionalverbandes Leine-Weser zur Basiskrisenintervention.

Drei Tage lang machten sich 20 Teilnehmende aus den Reihen des ASB, des THW und der Freiwilligen Feuerwehr mit der „Ersten Hilfe für die Seele“ vertraut. Unter der Leitung von Jörg Brockhoff sowie in Zusammenarbeit mit dem Ausbilder-Team Brigitte Hövel, Nico Schulte und Annabelle Sonntag lernten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, trauernde und belastete Menschen im Notfalle strukturiert zu betreuen. Dazu gab es nicht nur theoretische Lerninhalte, sondern die Gruppe konnte in Rollenspielen die vermittelten Schritte der Basiskrisenintervention praktisch anwenden und vertiefend einüben.

„In diesem Seminar spielen die Praxis-Elemente eine größere Rolle als in den Vorjahren. Das ist ein ganz neuer Ansatz“, erläutert Jörg Brockhoff, Ehrenamtsleiter und Koordinator für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) beim Arbeiter-Samariter-Bund. Dieser Ansatz fand auch bei viel Beifall bei den Teilnehmenden im ASB-Katastrophenschutzzentrum Stadthagen. „Viele Fallbeispiele zeigen ganz anschaulich, wie wir Menschen in einer akuten psychischen Ausnahmesituation wirksam helfen können. Da gibt es dann im Seminar auch einen intensiven Austausch untereinander und wir können schauen, wie es die Kolleginnen und Kollegen machen“, sagt Teilnehmerin Lea Münster vom ASB aus Hannover.

Ziel einer Krisenintervention im Einsatz sei es, Betroffene zu stabilisieren, ihnen Sicherheit zu vermitteln und eine Verschlimmerung der Krise zu verhindern. „Es geht vor allem auch darum, Sicherheit und Ruhe reinzubringen. Einfach da zu sein, sich die Sorgen und Gefühle anzuhören. Niemand soll sich in der seelischen Notlage alleingelassen fühlen“, ergänzt Sandra Matschi vom ASB Hannover, die ebenfalls am Seminar teilgenommen hat

Lea Münster und Sandra Matschi wissen aus ihren Einsätzen: „Psychische Notfälle nehmen immer mehr zu.“ Dann treffen Einsatzkräfte auf Menschen, die stark verängstigt, verzweifelt oder emotional überfordert sind – als Beteiligte oder Augenzeugen etwa nach schweren Unfällen, körperlichen Attacken oder anderen gewalttätigen Übergriffen. Beispiel: Nach einem Verkehrsunfall sitzt eine Person zitternd am Straßenrand und kann kaum sprechen. Eine Einsatzkraft spricht sie ruhig an, bringt sie an einen sicheren Ort, hört ihr zu und erklärt ihr, was als Nächstes geschieht.

„Ich habe viel gelernt und erfahren, wie ich besser unterstützen kann“, lautete zum Seminarabschluss eine persönliche Bilanz aus dem Teilnehmerkreis. Andere sagten zum Beispiel: „Ein Thema, das immer wichtiger wird“; „Ich habe viele Ideen und Impulse bekommen“; und –  „Es hat Spaß gemacht“.

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Jörg Brockhoff

Leiter Ehrenamt / PSNV-Koordinator

Tel.: (0173) 628 42 01
Fax: (05105) 77 00-45

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ASB Leine-Weser

St. Annen 38
31655 Stadthagen