ASB-Ausbilderin Hildegard von Thadden gibt Tipps für eine vorausschauende Notfallvorsorge
„Übernehmen Sie Verantwortung für sich und gewinnen Sie Vertrauen in sich selbst“, sagt ASB-Ausbilderin Hildegard von Thadden, wenn es um grundlegende Tipps für eine vorausschauende Notfallvorsorge und für richtiges Handeln in Krisensituationen geht.
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Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Menschen die persönlichen Sicherheitsvorkehrungen ans Herz zu legen. Nahezu täglich informiert Hildegard von Thadden im ASB-Regionalverband Leine-Weser über einen wirksamen Bevölkerungsschutz bei Stromausfall, Hitzewellen, Hochwasser, Sturm oder anderen Katastrophenfällen – zuletzt auch während eines rund 90-minütigen Kurses vor einem interessierten Publikum im ASB-Bahnhof Barsinghausen.
Laut Statistik haben rund 53 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nicht für Notfälle und Krisen vorgesorgt. „Diese Statistik wollen wir gemeinsam verbessern“, nimmt die ASB-Ausbilderin ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Motivationsreise, um die Vorkehrungen für eine frühzeitige Notfallvorsorge in die eigenen Hände zu nehmen. Wer Vorsorge treffe, könne die Auswirkungen einer Katastrophe so gering wie möglich halten.
Und die Nachrichten seien voll von Katastrophen, betont die Expertin. Jüngstes Beispiel sei vor wenigen Wochen der mehrtägige Stromausfall in weiten Teilen Berlins. Weitere Krisenherde könnten durch Großbrände, extreme Unwetter, Trinkwasserverschmutzung, Chemieunfälle, Bombenfunde, Cyberangriffe oder durch Attacken auf die sogenannte kritische Infrastruktur entstehen. Für 2025 habe das Bundeskriminalamt immerhin 320 solcher Sabotage-Verdachtsfälle registriert.
Um gerüstet zu sein, empfiehlt Hildegard von Thadden, sich vorausschauend Gedanken über Sicherheitsvorkehrungen zu machen: Was ist für mich und meine Familie das Wichtigste? Welche Dinge brauchen wir zum Überleben? Wen muss ich erreichen? Was kann ich tun, bis der Rettungsdienst kommt? Konkret gehe es zum Beispiel darum, eine Vorratsration mit lebensnotwendigen Gütern anzulegen – für Trinken, Essen, Hygiene. Wichtig seien zudem eine gut gefüllte Hausapotheke sowie eine griffbereite Mappe mit Kopien wichtiger Dokumente wie Familienurkunden, Ausweise, Behördenbescheide oder Vertragsunterlagen; am besten auch noch digital gespeichert.
Ein weiterer Punkt für die persönliche Vorsorge sei das Notgepäck bei einer Evakuierung – wenn die eigene Wohnung plötzlich nicht mehr zur Verfügung steht und alle raus aus dem Haus müssen. Ein Notfall-Rucksack solle dabei helfen, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen. In diesen Rucksack gehörten unter anderem Erste-Hilfe-Material und persönliche Medikamente, Taschenlampe und Decke sowie Kleidung, Hygieneartikel, Wasser und Verpflegung für ein paar Tage. Ganz wichtig sei auch hier ein Speicherstick mit den Unterlagen, die man für das „Leben danach“ braucht – wie etwa Gesundheitskarte, Rentenbescheid oder auch Passwörter. Ein Kurbelradio könne ebenfalls eine große Hilfe sein.
„Ich sage immer: Leute, werdet widerstandsfähig und resilient gegen alle Formen der Katastrophe. Deswegen gebe ich diese Kurse, damit die Menschen beginnen, sich Gedanken um die persönliche Vorsorge zu machen“, betont Hildegard von Thadden. Sie gehe in Schulen, zu Seniorenkreisen, in Mehrgenerationenhäuser – und bekomme überall viel positive Resonanz. Das Interesse der Menschen an dem Vorsorge-Kursen gehe inzwischen weit über den ASB-Regionalverband hinaus. Inzwischen seien es weit mehr als 3000 Menschen, die sie versucht hat, mit Tipps zu versorgen. „Sicherheit ist ein Prozess. Denn wir alle müssen uns im Ernstfall um unser Überleben selbst kümmern“, erklärt die ASB-Ausbilderin.





